Gründe für eine Therapie

Ihre Beschwerden können sich auf ganz unterschiedliche Art zeigen, auch so, dass Sie vielleicht auf den ersten Blick gar nicht vermuten, in eine Überlastungssituation hineingeraten zu sein.

Für Sie selbst

  • Sie fühlen sich krank oder haben Schmerzen, obwohl Sie der Arzt für organisch gesund erklärt hat oder medizinische Befunde keine ausreichende Erklärung dafür bieten.
  • Ohne ersichtlichen Grund bekommen Sie rasendes Herzklopfen und Angst.
  • Sie haben Ängste, die Sie belasten oder einschränken.
  • Es plagen Sie oft Gedanken, über die Sie mit niemandem zu sprechen wagen.

Für Paare

  • Sie leben in einer Beziehung, die Ihnen mehr Frust als Lust macht.
  • Sie vermissen gegenseitige Achtung, Wertschätzung und Liebe.
  • Sie haben den Eindruck, sich zu sehr auseinander gelebt zu haben.
  • Gegenseitige Vorwürfe und Verletzungen haben das beidseitige Vertrauen erschüttert.
  • Sie fühlen sich antriebs- und lustlos, erschöpft, traurig oder ständig überfordert.
  • Sie haben wiederkehrend große Probleme im Kontakt mit anderen Menschen.
  • Sie wollen Ihre Fähigkeiten besser ausschöpfen, wissen aber nicht wie.
  • Sie haben Angst vor Entscheidungen und das quält Sie.
  • Manchmal liegen Sie nachts stundenlang wach und grübeln ergebnislos.
  • Sie haben Ihre Möglichkeiten ausgereizt, nach Lösungen für die zwischen Ihnen stehenden Probleme zu suchen.
  • Klärende Gespräche enden häufig im Streit.
  • Sie können Ihre sexuellen Fantasien und Wünsche nicht mehr ausleben.
  • Sie denken bereits über Trennung nach.

Es erscheint paradox, doch manchmal haben wir die Chance, wahre innere Stärke gerade in den scheinbar verwirrendsten und erschreckendsten Situationen bzw. Ereignissen zu entdecken und zu entfalten.

 

Behandlungsablauf

Es lässt sich nach einem ca. 60- bis 90–minütigen Erstgespräch zumeist gut abschätzen, ob und in welchen Abständen eine therapeutische Behandlung sinnvoll ist. In einer tieferen oder langanhaltenden Krise ist manchmal mehr Begleitung sinnvoll, für eine umgrenzte Problematik bedarf es meist weniger Behandlungen. Aus meiner Erfahrung empfehle ich zu Beginn des Prozesses einen Abstand von ein bis zwei Wochen zwischen den Sitzungen. Später werden es 3 bis 4 Wochen sein. Die eigentliche Veränderung vollzieht sich zwischen den Behandlungen. 

Ziel ist es, eine merkliche Verbesserung der Problematik zu erreichen. 

Behandlungsphilosophie

Ich bin überzeugt, dass Sie selbst Experte:in für ihr Leben sind.

Als Systemische Therapeutin gehe ich davon aus, dass jeder Mensch die notwendigen Fähigkeiten zur Lösung seiner speziellen Lebensfragen bereits in sich trägt. Auf psychische Diagnosen verzichte ich weitgehend. Systemisch bedeutet, den einzelnen Menschen, also Sie, immer im Zusammenhang mit seinen Beziehungen zu anderen Bezugspersonen zu sehen. Ihr Verhalten ist vielleicht in einem bestimmten Fall zielführend und erfolgreich, in einer anderen Konstellation verursacht genau dasselbe Auftreten Missverständnisse oder Irritation. Die Qualität unserer Beziehungen bestimmt in einem sehr hohen Maß die Qualität unseres Lebens. Dafür existieren biologische und evolutionäre Gründe.

Während der Beratung möchte ich mit Ihnen Ihren persönlichen Werkzeugkasten für die besonders herausfordernden Situationen Ihres Lebens öffnen.

Welche Werkzeuge benutzen Sie besonders gern, erfolgreich und oft? Womit tun Sie sich im Umgang schwerer? Welche liegen vielleicht ganz unbenutzt in Kiste? Welche haben Sie noch gar nicht eingepackt? Ich begleite Sie in Ihrem Prozess der Bestandsaufnahme, Zielorientierung und Lösungssuche. Welche Dinge wollen Sie sich zutrauen, die bislang undenkbar waren? Was ist in Ihrem bisherigen Leben vielleicht schon länger langweilig und eng, sodass die Krise die Gelegenheit bietet, überfällige Veränderungen in Angriff zu nehmen?

Aufgrund der hohen Wirksamkeit und Effizienz systemischen Arbeitens ist es möglich, bei geringer Anzahl der Sitzungen längerfristige Erfolge zu erzielen.

Aber häufig geht es dabei noch um mehr. 

Wie kann es sein, dass wir immer wieder Dinge tun, die wir so eigentlich nicht wollen? Was passiert, wenn der Werkzeugkasten zwar gut gefüllt und der Umgang mit den einzelnen Tools vertraut ist, es trotz allem aber nicht gelingt, in manchen Situationen den Deckel zu öffnen? Statt ruhig zu überlegen, welches Vorgehen das beste, welcher Schritt der nächste sein könnte, braut sich im Körper ein verheerendes Gemisch aus Anspannung und innerem Druck zusammen, dass sich explosionsartig in Gefühlen der Wut oder des Ärgers entlädt oder dem Gefühl des freien Falls ähnlich in einer regelrechten Erstarrung des Organismus in Form von Enttäuschung oder Ohnmachtsgefühlen endet. Hinter diesen scheinbar schlechten Reaktionen, gemessen daran, dass sie zu Streit und Alleinsein führen, steckt eine einfache adaptive Reaktion des Nervensystems, das immer versucht, das Richtige zu tun. Genauer gesagt reagiert hier das Autonome Nervensystem. Es unterliegt nicht unserem Willen. Immer wenn das Gefühl von Sicherheit in einem Menschen verletzt wird, reguliert der Hirnstamm diesen physiologischen Zustand durch Mobilisierung (Bereitschaft für Kampf oder Flucht) oder, wenn das nicht möglich ist, durch Defensivverhalten wie dem Erstarren. Dieses komplexe, autonome Geschehen wird in der Polyvagaltheorie von Stephen Porges anschaulich beschrieben und durch wissenschaftliche Studien belegt. Ich habe dem einen eigenen Button auf meiner Seite gewidmet, für alle, die zu diesem Thema weitere Hintergrundinformationen wünschen.

Demnach funktioniert Veränderung und Heilung dieser alten Reaktionsmuster nur, indem der Körper in den Zustand von Sicherheit kommt, sodass ein Zugriff auf den Werkzeugkoffer wieder möglich wird. 

Um das Autonome Nervensystem zu beruhigen, bedarf es einer tatsächlich als ungefährlich wahrgenommenen Umgebung. Denn dann ist es möglich, einen heilenden Kontakt zum Umfeld herzustellen. Dafür bietet die Therapie einen idealen Rahmen. Wenn Sie Ihre Beziehung zu mir als Therapeutin als sicher erleben, können Sie ihre Empfindungen und Gefühle frei mitteilen. Das bedeutet Austausch und damit die Möglichkeit von Veränderung, weil Ihr Körper die alten Defensivmuster nicht reaktivieren muss, die für Sie heute in Ihrer aktuellen Situation häufig hinderlich sind und als verstörend und überfordernd erlebt werden. Stattdessen eröffnet sich Ihnen ein neues und breiteres Handlungspektrum.