Kinder in meiner Praxis 

Fast täglich sind unsere Kinder konfrontiert mit kleineren und größeren Enttäuschungen. Ob und in welcher Weise Frustrationen und Schmerz verinnerlicht werden, kann man nicht vorhersehen. Es ist absolut hilfreich, wenn bedrückende Emotionen in einer vertrauensvollen Umgebung ausgesprochen werden können.

Jedoch können z.B. Ängstlichkeit oder Schamgefühle diesen Prozess behindern. Trotz aller liebevollen Zuwendung Ihrerseits machen Kinder auch negative Erfahrungen, von denen Sie wahrscheinlich nichts mitbekommen werden. Es kann passieren, dass solche Erlebnisse Veränderungen hervorrufen, die wir im Verhalten sehen können, aber auch solche, die sich ganz im Inneren vollziehen. Unterdrückte, unverarbeitete Emotionen hinterlassen ihren Abdruck und wirken fortan steuernd. Ihr Kind meidet beispielsweise bestimmte Situationen, lehnt bestimmte Menschen oder Angebote ab, traut sich weniger zu.

In meiner Praxis begleite ich Ihr Kind dabei, auslösende Ereignisse noch einmal in einer Weise zu erfahren, in der Ihr Kind diese Situation beeinflussbar und veränderbar erlebt. Dadurch wird es möglich, schmerzliche Emotionen offenzulegen, aufzulösen und neue Handlungsfreiheit zu gewinnen.

Grundsätzlich bestimmt Ihr Kind, welche Dinge es erzählen möchte. Alles kann, nichts muss ausgedrückt werden. Ich erkläre Ihrem Kind, dass es nicht alle Fragen beantworten muss. Ich arbeite allein mit Ihrem Kind und verspreche, dass niemand gegen seinen Willen etwas vom Gesagten erfahren wird. Ihr Kind fühlt sich sicher, mir etwas mitzuteilen, was es einer vertrauten Person wie Ihnen nicht zumuten würde.

Der Behandlungsprozess schafft die Möglichkeit, die Gefühle, die hinter einem bestimmten Verhalten stehen, sichtbar werden zu lassen und eine Sprache dafür zu finden. Diese Fähigkeit zur Selbstreflexion ist die Voraussetzung für Selbstregulation. Und genau darum geht es, sich selbst so gut zu kennen um zu wissen, was man in bestimmten Situationen tun kann, braucht, lieber weglässt oder verstärkt, um wieder Herr der eigenen Lage zu sein. Das bedeutet – sich sicher zu fühlen.

Kinder spüren zumeist sehr schnell, worauf sie positiv reagieren: Musik, Stimmen, Düfte, Farben, magische Tiere oder Wesen, bestimmte Menschen oder Idole, Kuscheltiere, auch schwer zerliebt, die Palette ist nahezu unerschöpflich.

Den eigenen Körper und wirklich starke Gefühle als regulierbar zu erleben, ist eine wichtige Erfahrung in der Entwicklung. Dafür muss man den Körper kennenlernen. Was spürt Ihr Kind in bestimmten Situationen, die es als kompliziert oder überfordernd erlebt? Darüber zu sprechen, schafft mehr Bewusstheit – eine wichtige Bedingung für Veränderungen.

Eine andere ist, eigene Sinnhaftigkeit zu entdecken. Je nach Alter beschäftigt Ihr Kind die Frage, warum bin ich eigentlich hier in der Therapie? Was würde sich zum Besseren wenden, wenn ich das, was ich (oder Andere) als schmerzlich erlebe, verändern könnte?

Das allein schon ist Wandel und Chance. Oder?


Paargeflüster

Sie leben zusammen, aber haben das Gefühl, das Zusammensein ist im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben? Beleben Sie das verrückte Projekt Beziehung wieder neu. Sie sollten nicht länger warten, sondern Ihrem Paarsein wieder neue, belebende Impulse verleihen und Zusammenleben mit Zusammensein verbinden. Sei die Situation auch noch so verzwickt, wagen sie das Ungewöhnliche Lassen Sie uns  Lösungen entwickeln, die für Sie beide befriedigend sind. Sie können den Anderen nicht ändern, aber ihr Verhalten und ihr gemeinsames Miteinander. Erleben Sie, wie Sie durch mehr Achtsamkeit beim Zuhören, Verstehen und Sprechen ausufernde, stressige Diskussionen und gegenseitiges Verletzen vermeiden und ein liebevolleres und erfolgreiches Gespräch aufbauen können.

Kommunizieren Sie eigene Wünsche, aber auch ein No-Go offen und transparent. Vermeiden Sie dadurch missverstanden, überhört und nicht ernst genommen zu werden. 

Überlegen sie einmal, was Partnerschaft bislang für Sie bedeutet! Friedliche Koexistenz, Liebe,  Konkurrenz, Abhängigkeit, Entwicklung, Konfrontation, Sicherheit, Verbindung…? Haben Sie sich dabei Ihre Träume erfüllt? Sind Sie auf einem gemeinsamen Weg, der sich für Sie beide lohnt?

Entscheiden Sie sich zuzuhören und für Ihre Bedürfnisse Verantwortung zu übernehmen! Denken Sie nicht, dass es einfach wäre…

Aber ich kann dafür sorgen, die 4 apokalyptischen Reiter (Kritik, Verteidigung, Verachtung und Rückzug) einer jeden Beziehung auszuschalten und stattdessen überzugehen, sich ehrlich und nicht verletzend mitzuteilen, Gefühle auszusprechen und zu verstehen, dass sich Liebe nicht mit Forderungen und Bedingungen verträgt.

Wenn es nur einen einzigen Grund gibt, für den es sich lohnen würde, das Paarsein nicht aufzugeben, nutzen Sie diese Chance! 

Ich lade Sie ein, Ihren Umgang durch eine achtsamere Kommunikation zu beleben und möchte dazu Ihrem Paargespräch einen respektvollen Rahmen geben. Ich höre Ihnen zu, wenn es kein anderer mehr tut. Wenn sich im Gespräch Ihre Blicke wieder berühren, werden es auch Ihre Herzen wieder tun. 

 

Die 4 apokalyptischen Reiter

John Gottman, ein amerikanischer Psychologe, nannte die 4 Arten der Negativität, nämlich Kritik, Verteidigung, Verachtung und Rückzug,  die apokalyptischen Reiter, die unweigerlich den Niedergang der Beziehung ankündigen, benannt nach den biblischen Reitern der Apokalypse.

Gottman wagte sogar eine Vorhersage, ob sich ein Paar innerhalb von 3 Jahren trennen wird, indem er das Streitverhalten des Paares beobachtete. Was glückliche von unglücklichen Paaren unterschied, waren ihre physiologischen Daten.

Auch wenn die Partner, deren Beziehungen unglücklich endete, auf den Videoaufnahmen von ihrer Auseinandersetzung ruhig schienen, zeigten ihre Körper deutliche Stressreaktionen. Ihre Mimik fror ein, ihr Puls schoss in die Höhe, sie begannen zu schwitzen und schnell zu atmen, sobald ein Konflikt zur Sprache kam.

Der Körper reagierte ganz im archaischen Kampf-Flucht-Modus, so als würde er es mit einem gefährlichen Tier aufnehmen müssen – und nicht mit einem geliebten Menschen. Es gab keinen wirklich Kontakt mehr, was die Voraussetzung für Verständnis und Einigung ist.

Je ruhiger dagegen der Puls während der Diskussion blieb, umso glücklicher waren die Partner und umso wahrscheinlicher war es, dass sie nach den drei Jahren noch zusammen waren.
Wie sich das Glück über drei Jahre hinweg veränderte, ließ sich für Gottman zu 90 Prozent allein aus den physiologischen Reaktionen während der 15-minütigen Diskussion vorhersagen, genauer als jede Wetterprognose! 

Der Körper lügt nicht

Es ist wichtig zu erkennen, dass es sich beim Streit bei weitem nicht nur um einen Austausch von Argumenten handelt!

Der größere Anteil der Botschaft wird über unseren Körper mitgeteilt, durch ein Zu- oder Abwenden, die Mimik und Gestik, Körperhaltung, Bewegung, die Lautstärke und der Klang der Stimme. Damit kommunizieren wir größtenteils unbewusst. Wenn unser Körper Gefahr wittert, signalisiert er das nach Außen, weil das Nervensystem rückwirkend für diese Aufregung im Körper sorgt. Zu erkennen, dass es sich um keine reale Gefahr handelt, die apokalyptischen Reiter dagegen zu einem unheilbringenden Kampf rüsten, dass es in jedem Streit letztlich um uns selbst geht und nicht um den anderen, bedeutet bei aller scheinbarer Ausweglosigkeit im Moment gleichzeitig die Lösung. Jeder hat selbst in der Hand, wie er sich in Streitsituationen verhält, ob man es weiter laufen lässt oder bewusst nach Alternativen sucht. 

Zurück zu sich selbst, um zusammen zu sein

Ich mache Sie mit Methoden vertraut, eine achtsame und ehrliche Kommunikation in Ihre Beziehung zu integrieren, die heilsam für Ihre Partnerschaft sein wird. Ausgehend von der Grundannahme, in Kontakt treten und bleiben zu wollen, gehen Sie dabei in einen tiefen Prozess eigenen Gewahrwerdens. Sie nehmen wahr, was eigentlich in Ihnen selbst geschieht, was Sie berührt, reizt, anfeuert, beschämt oder ängstlich werden lässt und mit welchen Gefühlen Sie dabei in Kontakt kommen. Diese Emotionen nicht mehr ausagieren zu müssen, sondern ehrlich und offen mitteilen zu dürfen, stärkt das Vertrauen in Sie und Ihr Gegenüber. 

Offenheit ist nicht verletzend, wenn sie sich ausschließlich auf die eigene Wahrnehmung bezieht. Ehrlichkeit ist nicht bedrohlich, wenn sie nicht mit einer verhängnisvollen Beurteilung einhergeht. Die Dinge zu belassen und von Bewertungen abzusehen, ist schwer, weil es die Natur unseres Geistes ist zu urteilen. Problematisch dabei ist, dass sich dahinter ein oft unsicheres Ich verbirgt, das in der Bestätigung durch Andere erblüht und Kritik und  Schwierigkeiten als Niederlage empfindet. Mangelnde Selbstachtung ist das Trojanische Pferd der Apokalypse, aber kein unabwendbares Schicksal. Wenn wir jemanden verletzen, hat das mehr mit uns als mit dem Anderen zu tun. 

Finden Sie daher in der Paar-Therapie Ihren Weg, mit sich selbst in Kontakt zu kommen im Spiegel Ihres Partners. Gehen Sie in Beziehung zu sich und dem Menschen, den sie lieben. Wenn Angriff nicht mehr die beste Verteidigung und Rückzug nicht mehr die Macht des Beschämten ist, entstehen Nähe, Vertrauen, Freiheit und das Gefühl von Lebendigkeit! Und was wollen Sie?